Beitrag vom 23. September 2018

Vorwort zum Monat Oktober 2018

Liebe Gemeinde!
Anfang Oktober feiert die Kirche den Gedenktag des heiligen Franz von Assisi. Schon zu seinen Lebzeiten galt Franziskus als „Urbild des neuen Menschen“, weil er in seltener Radikalität und Klarheit in seinem Leben die Nachfolge Jesu verwirklichte. Aus diesem Grund empfingen und empfangen bis heute die Kirche und andere Bereiche des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens wichtige Anregungen von ihm.
Besonders prägend sind seine konsequente Hinwendung zu den Armen und seine große Liebe zur Schöpfung. Bezeichnend ist zum Beispiel, warum Kardinal Bergoglio nach seiner Wahl den Papstnamen „Franziskus“ wählte. Kardinal Hummes hätte ihn nach der Wahl gebeten, in seinem Pontifikat die Armen nicht zu vergessen, und Franziskus sei für ihn ein Mann der Armut. Die Hinwendung zu den Armen ist folgerichtig auch ein Hauptthema der bisherigen Amtszeit von Papst Franziskus.
Vom heiligen Franz von Assisi, der in seinem Sonnengesang die Schönheit der Schöpfung pries, wird außerdem erzählt, dass er einen Wolf zähmte und den Vögeln predigte. So machte er schon vor 900 Jahren deutlich, dass die Bewahrung der Schöpfung zu den Aufgaben der Christen gehört.
Franziskus ist aus einem weiteren Grund ein richtungsweisender Heiliger. 1205 vernahm er in der baufälligen Kapelle San Damiano vor dem Kreuz die Worte: „Franziskus, geh hin und stelle mein Haus wieder her, das, wie du siehst, schon ganz verfallen ist.“ Worte, die sich nicht nur auf die verfallene Kapelle, sondern auf die ganze Kirche bezogen, die damals in einer Krise war. Es sind aber auch Worte, die auch den Christen heutzutage gelten: mitzuwirken am Aufbau der eigenen Kirchengemeinde wie auch der ganzen Kirche.

Ihr
Pfarrer Thomas Witzel

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Am 4. Oktober feiert die Kirche den heiligen Franz von Assisi. Das älteste, noch zu Lebzeiten entstandene Bild des Heiligen ist ein Fresko im Kloster San Benedetto in Subiaco.