Beitrag vom 15. September 2021

Vorwort September – Oktober 2021

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
Nach alter Tradition ist der Oktober der Rosenkranzmonat, weil in ihm das Rosenkranzfest gefeiert wird. Daher lädt die Kirche gerade in diesem Monat dazu ein, den Rosenkranz zu beten. Passt das noch in die heutige Zeit?
Zunächst einmal ist der Rosenkranz ein einfaches Gebet. In der Not, wenn wir dringend beten möchten, können wir kaum komplizierte Gebete sprechen, weder frei formulierte noch gedruckte. Das Rosenkranzgebet hingegen ist ganz einfach; denn es besteht aus dem Glaubensbekenntnis, dem „Ehre sei dem Vater …“, dem Vaterunser und dem „Gegrüßet seist du, Maria“.
Auch benutzen wir beim Rosenkranz ein Hilfsmittel, eine „Gebetsschnur“. Dahinter steht die Erfahrung, dass wir Menschen sind, die einen mit Sinnen ausgestatteten Leib haben, der auch im Gebet zur Geltung kommen möchte. So wird der Rosenkranz, den wir in den
Händen halten, gleichsam zu einem Geländer, das den Beter in der Hektik und Unruhe unserer Tage unaufdringlich führt. Das Maß ist in den Perlen vorgegeben, so dass wir nicht auf das Äußere zu achten brauchen, sondern uns auf das Eigentliche und Wichtige konzentrieren können. So kann der Beter – durch die Perlenkette des Rosenkranzes angeregt – bei Gott verweilen. Der große Theologe Romano Guardini vergleicht deswegen das Rosenkranzgebet mit einem Strombett, in dem das Gebet wie Wasser läuft und immer ruhiger wird, je häufiger wir es sprechen. Und wie steht es um die ständige Wiederholung? Dies ist ein wichtiges Element des Lebens, das uns im Klopfen des Herzens, im Ein- und Ausatmen, im Wechsel von Tag und Nacht und auch im Kreislauf der Natur begegnet.
Der Rosenkranz ist mehr ein Christus- als ein Mariengebet. Seine Mitte ist Jesus Christus, auf dessen Leben wir mit der Gottesmutter Maria schauen.
Schon viele Menschen haben im Rosenkranzgebet Trost und Halt gefunden. Diese Erfahrung wünsche ich auch Ihnen.

Ihr
Th. Witzel, Pfarrer

Es grüßen ebenfalls herzlich

Rebecca Dechant, Gemeindereferentin

Karin Seidl, Pfarrsekretärin

Foto: Archiv