Beitrag vom 14. Oktober 2021

Vorwort Oktober – November 2021

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
Im antiken Rom gebot das Zwölftafelgesetz, keine Toten im Bereich von Siedlungen zu bestatten. Deshalb behalf man sich dadurch, die Gräber an den Ausfallstraßen zu errichten. An der antiken Via Appia kann man erkennen, welche seltsamen Folgen diese Beerdigungspraxis nach sich zog. Hier, an einer der wichtigsten Straßen im damaligen Römischen Reich, wurden die Gräber immer mehr zu Repräsentationsbauten, die die Bedeutung und den Rang der Verstorbenen vermitteln wollten. Dennoch konfrontierten die prächtigen Gräber an wichtigen Straßen der Antike jeden Reisenden mit der Endlichkeit des eigenen Lebensweges, egal zu welchen Anlässen, Ereignissen und Geschäften sein Weg an ihnen entlangführte.
An unseren heutigen Straßen ist es anders. Wir haben eine Welt, in der alles seinen Platz hat, auch der Tod. Er findet oft in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Hospizen statt, und etliche Verstorbene werden in anonymen Wald-, Wiesen- und Seegräbern bestattet,
wo uns so schnell kein Ort an unsere Zeitlichkeit erinnern kann.
Jetzt aber macht die Corona-Pandemie uns bewusst, wie zerbrechlich unser Leben ist. Sie zeigt, wie kostbar, wichtig und einzigartig ein jedes Leben ist, und dass an seinem Saum die Ewigkeit bei Gott auf uns wartet. „Wir sind im Leben alle unterwegs und gehen auf die Zukunft zu“, sagte einmal der emeritierte Papst Benedikt XVI.
Und diese Zukunft ist eine Person und hat ein Gesicht:
Gott in Jesus Christus.
Ihr
Th. Witzel, Pfarrer

Es grüßen ebenfalls herzlich

Rebecca Dechant, Gemeindereferentin

Karin Seidl, Pfarrsekretärin

Foto: R. Schwarz