Beitrag vom 24. Oktober 2019

Vorwort November 2019

Liebe Gemeinde!

Der vorletzte Monat des Jahres, der November, genießt bei vielen Menschen wenig Sympathie: zu viel Verwelken, zu viel Verfall, zu viele Grautöne, zu viele traurige  Gedenktage wie beispielsweise Allerseelen oder der Volkstrauertag . „Ein Monat mit Trauerrand“, so hat ihn jemand einmal genannt.
In der Tat ist der November ein ausgesprochener Herbstmonat, in dem das Wetter sich oft trübe und traurig, unfreundlich und nasskalt, unwirtlich und trist zeigt. Er ist eine Zeit, in der sich die Natur auf den Winter einstellt und das Leben sich buchstäblich in die Wurzeln und in die schützende Erde zurückzieht und sich gleichsam zu „verkriechen“ beginnt. Fast unwillkürlich werden da unsere Ged anken auf das Sterben und auf den Tod gelenkt.
Doch wie wäre es, diese Zeit einmal positiv zu sehen?
In einem Pfarrbrief einer anderen Pfarrgemeinde las ich einmal unter der Überschrift „Herbstliche Chance“ diese kurze Besinnung:

„Der Herbst macht (auch) besinnlich. Er ist sogar ein Meister in der Kunst, unsere Gedanken und Wünsche auf den „Sinn“ zu lenken. Der Herbst nimmt nämlich zurück. Er bremst die tolle Fahrt des Lebens. Im Herbst fallen die Illusionen wie Sommerblätter von den Bäumen, so dass das Wesentliche sichtbar wird: der Stamm, die tragenden Äste. Die Früchte wurden abgegeben und abgeerntet. Nun sammeln sich die Kräfte für den Wintertod, aber auch – für die Auferstehung in ein neues Jahr.“
Ich denke, es ist gut, die Zeit des Novembers einmal von dieser Seite zu betrachten .

Ihr Pfarrer
Thoma Witzel

Beitragsbild: R. Schwarz