Beitrag vom 3. April 2019

Vorwort April – Mai 2019

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
So sieht ein Sieger aus, der seinen Triumph feiert. Auf der Titelseite dieses Pfarrbriefes sehen Sie ihn. Alle fallen, ER aber steht siegesgewiss. Mit einem makellosen Körper. Als hätte es nie Schläge gegeben. Als hätten die Geißelung und die Dornenkrone diesem Leib nichts anhaben können. Das Schandmal des Kreuzes ist zu einem Fähnlein in der rechten Hand geworden. Und blau, die Farbe der Treue Gottes, weht um den Körper. So sieht ein Triumph aus. Wer eben noch mächtig war, fällt einfach um. Ob mit oder ohne Rüstung. Wo Gott am Werk ist, ist kein Halten mehr. Nur noch hoffen.
So stellt man sich die Auferstehung Jesu vor: als Triumph, als Machterweis, als Paukenschlag Gottes. Alles fällt, einer steht.
Es war aber niemand dabei an jenem Ostermorgen. Und laut kann es auch nicht gewesen sein, sonst hätten die Frauen auf dem Weg zum Grab ja etwas gehört. Das haben sie aber nicht. Als sie voller Trauer am Grab Jesu ankommen, ist alles schon geschehen – in Stille. Kein Paukenschlag, keine Posaunen. Gottes Mächtigkeit wirkt still. Denn wirkliche Macht braucht keinen Lärm. Gott schon gar nicht. Seine Siege geschehen lautlos.
Aber Gottes Siege geschehen eindrucksvoll. Und zwar so eindrucksvoll, dass wir heute noch davon leben. Wir wissen zwar nicht, wie der Stein vom Grab verschwand. Aber eines wissen wir, dass die Frauen das leere Grab anders gestimmt verlassen haben, als sie angekommen sind. Nach der Trauer und dem Schmerz kam die Hoffnung. Ihr Heimweg vom leeren Grab war ein Weg der Hoffnung.
Sicher: Auch heute gibt es soviel Schmerzen, deretwegen Menschen weinen. Friedhöfe beispielsweise sind voller Tränen. Und voller Schmerz über den Verlust lieber Menschen. Das ist so. Das bleibt auch so.
Aber was nicht bleiben muss, ist unsere Ohnmächtigkeit. Das spüren wir an den Frauen am Grab Jesu. Sie kehren anders zurück. Gesehen haben sie nichts von der Auferstehung Jesu. Aber gehört haben sie davon. Und gefühlt. Die Engel haben ihnen gesagt: Der Herr ist auferstanden. Einen Beweis dafür bekommen die Frauen nicht. Aber was sie bekommen, ist wertvoller: Sie bekommen Hoffnung. Direkt vom Himmel. Ihre Hoffnung heißt: Ihr Traurigen könnt leben. Ihr Weinenden könnt hoffen. Ab jetzt lebt ihr nicht mehr mit eurer Ohnmächtigkeit, sondern mit der Mächtigkeit Gottes. Weil Jesus auferstanden ist, lebt ihr. Heute, morgen und immer. Euer Gott ist größer als Tränen, Schmerz und Leid. Er ist ein Gott des Lebens.
Ich wünsche Ihnen schon heute ein frohes und gesegnetes Osterfest. Gleichzeitig lade ich Sie herzlich ein zu den Gottesdiensten und Veranstaltungen unserer Pfarrgemeinde, über die Sie dieser Pfarrbrief informieren möchte.

Ihr

Pfr. Thomas Witzel