Aktuelles – Das Wort zum Monat

Beitrag vom 25. September 2022

Vorwort 01.10. bis 20.11.2022

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
Wallfahrtsorte kennzeichnet ein eigenes Miteinander: das Miteinander von Kirche und Küche. Sei es am Kreuzberg oder am Volkersberg in der Rhön, sei es in Andechs oder Ettal in Oberbayern oder anderswo, an Wallfahrtsorten findet man nicht nur die Kirche als
Stätte des Gebetes, der Fürbitte, des Gottesdienstes, sondern ebenfalls ein Gasthaus, wo ein Festmahl oder Pilgermahl stattfindet.
Dies ist kein Zufall. Hier äußert sich eine Grunderfahrung des christlichen Glaubens, nämlich dass es um beides geht: um Körper und Geist, um Leib und Seele. Sie gehören zusammen. Dann wird nämlich der Glaube kraftvoll und das Leben geistlich geweitet und gestärkt.
An Wallfahrtsorten kommt es daher zu dieser eigenartigen Wechselwirkung zwischen Kirche und Küche. Die Küche stillt den Hunger von Wallfahrern, Pilgern, Besuchern. Sie stärkt den eigenen Körper, aber auch darüber hinaus die Verbundenheit mit anderen Menschen, mit denen man zusammensitzt, isst und trinkt, spricht und genießt. Im
Raum der Kirche werden dagegen Glaubenserfahrungen und Lebensfragen thematisiert. So stärkt die Kirche den Geist und ermöglicht geistliche Erfahrungen.

Auch die Wendelinusfestwoche möchte wieder in einem kleinen Rahmen diesen Ort liefern: Nach den verschiedenen Gottesdiensten wird wieder zu gemeinsamen Kaffeetafeln und zu einem gemütlichen Beisammensein eingeladen:
– am Freitag, dem 21. Oktober, zur Kaffeetafel nach dem Seniorengottesdienst im Pfarrheim;
am Samstag, dem 22. Oktober, nach der Tiersegnung in „Ahas“ Scheune am Werthesberg;
– ebenfalls am Samstag, dem 22. Oktober, nach dem Jugendgottesdienst zum Filmabend mit Pizzaessen für die Messdienerinnen und Messdiener im Pfarrheim;
– am Dienstag, dem 25. Oktober, nach dem Frauengottesdienst zur Kaffeetafel im Pfarrheim
– und am Mittwoch, dem 26. Oktober, nach dem Kinderwortgottesdienst zur Kaffeetafel der Kinder mit ihren Eltern im Pfarrheim.

Ihre
Th. Witzel, Pfarrer

Rebecca Dechant
Gemeindereferentin

Karin Seidl
Pfarrsekretärin

Beitragfoto: Kika Steinau

Beitrag vom 14. Juli 2022

Vorwort für die Zeit vom 16. Juli bis 30. September 2022

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!

„Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit, wirfst du den Alltag und die Sorgen fort, und wenn du stets gemütlich bist und etwas appetitlich ist, dann nimm es dir, egal von welchem Ort.“
So singt der Bär Balu in dem bekannten WaltDisneyZeichentrickfilm „Das Dschungelbuch“. Und wer den Text liest, hat auch schnell die Melodie im Ohr und singt mit. Der Bär ist uns sofort sympathisch, und die meisten beneiden ihn sicherlich um seine Lebenskunst: Alltag und Sorgen über Bord zu werfen, einfach mal abschalten und alle Viere von sich strecken.

Doch dann holt uns die Realität wieder ein: Gemütlichkeit wird öfters als unmodern angesehen, wird mit Faulheit gleichgesetzt. Und der Bär Balu ist eine ComicFigur beneidenswert vielleicht ja eine ComicFigur aus der Märchenwelt. Doch hat er deshalb unrecht?

Lassen wir einen seriösen Zeugen zu Wort kommen: den Zisterzienserabt Bernhard von Clairvaux in einem Brief an Papst Eugen III. aus dem Jahr 1150. Dieser schreibt:

„Es ist viel klüger, du entziehst dich von Zeit zu Zeit deinen Beschäftigungen, als dass sie dich ziehen und dich nach und nach an einen Punkt führen, an dem du nicht landen willst. Du fragst, an welchem Punkt? An dem Punkt, wo das Herz hart wird. Frage nicht weiter, was damit gemeint ist; wenn du jetzt nicht erschrickst, ist dein Herz schon so weit. (…) Ja, wer mit sich selbst schlecht umgeht, wem kann der gut sein? Denk also daran: Gönne dich dir selbst. Ich sage nicht: tu das immer, ich sage nicht: tu das oft, aber ich sage: tu es immer wieder einmal. Sei wie für alle anderen auch für dich selbst da, oder jedenfalls sei es nach allen anderen.“

Wem das Plädoyer des heiligen Bernhard für richtig verstandene Gemütlichkeit und Ruhe nicht ausreicht, der lese in der Heiligen Schrift nach. Im Markusevangelium empfiehlt der Herr seinen Jüngern, einmal auszuruhen. Nach der Rückkehr der zwölf Apostel von ihrer ersten „Missionsreise“ sagt er zu ihnen: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus.“
Jesus empfiehlt seinen Jüngern aber nicht nur, einmal auszuruhen, sondern er liefert das Rezept für einen gelungenen Urlaub gleich mit.
Die „Urlaubstheologie“ Jesu rät zu einem Urlaub mit wenigen Menschen und an einem einsamen Ort. Weg von den großen Urlaubsorten, nicht dorthin zu gehen, wo alle sind und wo man meint, gewesen sein zu müssen. Der zweite Ratschlag: Urlaub um auszuruhen. Nicht drei Länder in vier Tagen sehen, nicht die neue Trendsportart ausprobieren, sondern Ruhe und Gemütlichkeit. Gemütlichkeit verstanden als Zeit, um Körper und Geist zu erholen. Damit der Scherz „Nach dem Urlaub muss ich mich von der Erholung erholen“
nicht doch wahr wird.

Wir wünschen allen, die in der Ferienzeit wegfahren, aber auch allen, die daheim bleiben, eine gute Erholung und eine schöne Zeit.

Ihre

Th. Witzel, Pfarrer

Rebecca Dechant, Gemeindereferentin

Karin Seidl, Pfarrsekretärin


Für die Zeit der Sommerferien (25. Juli bis 02. September 2022) gelten folgende Sonder
regelungen:

Die heilige Messe montags um 18.00 Uhr in Steinhaus
und freitags um 18.00 Uhr in Steinau entfällt.

Das Pfarrbüro ist am Donnerstagnachmittag geschlossen.

ier können Sie sich das Vorwort auch herunterladen.

16. Juli bis 30. September 2022 – Vorwort

Foto: H.Röder