Aktuelles – Das Wort zum Monat

Beitrag vom 24. Februar 2022

Vorwort zum Pfarrbrief März 2022

Liebe Gemeinde!
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“. So tönte einst ein Fastnachtsschlager, der allerdings in diesem Jahr wegen der vielen ausgefallenen Fastnachtsveranstaltungen kaum zu hören war. In den Medien begegnet der Aschermittwoch dagegen häufig zu allererst als „politischer Aschermittwoch“, das heißt als Tag der politischen Auseinandersetzung unter den Parteien.
Dabei ist der Aschermittwoch alles andere als ein Tag der Abkehr von der Freude am Leben oder von Abrechnungen mit dem politischen Gegner. Vielmehr ist der Aschermittwoch ein Tag der Umkehr, ein Tag, der in die Zukunft weist. Jetzt beginnt einebesondere Zeit: die Fastenzeit. Sie ist eine Zeit der vielen Möglichkeiten: angefangen beim Fasten kann sie eine Zeit der Umkehr von falschen Wegen sein, auch eine Zeit der Versöhnung mit Gott und eine Zeit der besonderen Erinnerung an die Taufe und deren Erneuerung in der Osternacht. Dann wird die Fastenzeit eine Zeit des Aufbruchs, des Neuanfangs und der Gnade.
Ihre
Th. Witzel, Pfarrer

Rebecca Dechant, Gemeindereferentin

Karin Seidl, Pfarrgemeindesekretärin

Foto: H. Röder

Beitrag vom 22. Dezember 2021

Vorwort Weihnachten und Februar 2022

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Weihnachtspfarrbriefes!

Das göttliche Kind ist auf die Erde gefallen. Buchstäblich. Keine gut gepolsterte Krippe nimmt es auf, kein mütterlicher Arm trägt es, kein weiter Mantel hält es warm. Nackt und allen Elementen ausgeliefert liegt das Kind da, nur notdürftig beschirmt vom Flügel eines kleinen Engels.

Der göttliche Vater ist weit weg, auch Maria, die Mutter, bleibt auf Distanz. Und von Josef ist überhaupt nichts zu sehen. Das Kind am Boden wird nur getragen durch die zärtlichen Blicke seiner Mutter und durch die leuchtenden Strahlen vom Himmel, die von Gott, dem
Vater, ausgehen und dick wie Seile sind. Dies zeigt: Das Kind ist ausgesetzt, aber allein ist es nicht.

Ein Künstler aus dem späten Mittelalter, Meister Francke, ein Dominikanermönch aus Zutphen, hat das Gemälde nach 1424 geschaffen, das auf der Vorderseite dieses Pfarrbriefes abgebildet ist. Meister Francke stellte in das Zentrum seines Werkes die Gottesmutter Maria und ihr Bekenntnis: „Dominus meus et Deus meus.“ Mein Herr und
mein Gott.

Gesagt hat Maria diese Worte nie, die der Maler als Spruchband wie eine mittelalterliche Sprechblase gestaltet hat. Diese Worte mein Herr und mein Gott stammen vielmehr vom Apostel Thomas. Der Maler hat diese Worte aber hier gewählt, weil er dieses Altarbild für eine Hamburger Kaufmannschaft geschaffen hat, die den heiligen Thomas von Canterbury als ihren Schutzpatron verehrte.

Abgesehen von dieser historischen Gegebenheit sind die Worte des Apostel Thomas überaus bedeutsam: Es ist sein österliches Bekenntnis zu Jesus Christus nach dessen Auferstehung. Thomas bekennt: Christus ist der Herr und Gott, ein Messias ganz anderer Art.

Und dieses Geheimnis erkennt auch Maria in dem Kind, das vor ihr liegt. Es ist ein Geschenk Gottes, das auf die Welt gekommen ist. Und so betet sie an, was ihr nicht gehört. Denn Gott ist unverfügbar und liefert sich dennoch uns Menschen aus. Er kommt in Jesus Christusum unsere Welt zu erlösen. Dass er sich nicht zu schade war, in alle
unser Menschsein bis hinein in den Tod am Kreuz zu teilen, das feiern wir an Weihnachten.
Oder um es mit dem Lied „Lobt Gott, ihr Christen alle gleich“ (Gl 247) auszudrücken: „Er kommt aus seines Vaters Schoß und wird ein Kindlein klein; er liegt dort elend, nackt und bloß in einem Krippelein, in einem Krippelein, entäußert sich all seiner Gewalt, wird niedrig und gering und nimmt an eines Knechts Gestalt, der Schöpfer aller Ding, 
der Schöpfer aller Ding.“

Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen ein frohes, gesegnetes und friedvolles Weihnachtsfest, einen guten Beschluss des alten Jahres und Gottes Segen und Geleit für das kommende Jahr.

Ihre

Th. Witzel, Pfarrer


Rebecca Dechant, Gemeindereferentin

Karin Seidl, Pfarrsekretärin

Beitrag vom 14. Oktober 2021

Vorwort Oktober – November 2021

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
Im antiken Rom gebot das Zwölftafelgesetz, keine Toten im Bereich von Siedlungen zu bestatten. Deshalb behalf man sich dadurch, die Gräber an den Ausfallstraßen zu errichten. An der antiken Via Appia kann man erkennen, welche seltsamen Folgen diese Beerdigungspraxis nach sich zog. Hier, an einer der wichtigsten Straßen im damaligen Römischen Reich, wurden die Gräber immer mehr zu Repräsentationsbauten, die die Bedeutung und den Rang der Verstorbenen vermitteln wollten. Dennoch konfrontierten die prächtigen Gräber an wichtigen Straßen der Antike jeden Reisenden mit der Endlichkeit des eigenen Lebensweges, egal zu welchen Anlässen, Ereignissen und Geschäften sein Weg an ihnen entlangführte.
An unseren heutigen Straßen ist es anders. Wir haben eine Welt, in der alles seinen Platz hat, auch der Tod. Er findet oft in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Hospizen statt, und etliche Verstorbene werden in anonymen Wald-, Wiesen- und Seegräbern bestattet,
wo uns so schnell kein Ort an unsere Zeitlichkeit erinnern kann.
Jetzt aber macht die Corona-Pandemie uns bewusst, wie zerbrechlich unser Leben ist. Sie zeigt, wie kostbar, wichtig und einzigartig ein jedes Leben ist, und dass an seinem Saum die Ewigkeit bei Gott auf uns wartet. „Wir sind im Leben alle unterwegs und gehen auf die Zukunft zu“, sagte einmal der emeritierte Papst Benedikt XVI.
Und diese Zukunft ist eine Person und hat ein Gesicht:
Gott in Jesus Christus.
Ihr
Th. Witzel, Pfarrer

Es grüßen ebenfalls herzlich

Rebecca Dechant, Gemeindereferentin

Karin Seidl, Pfarrsekretärin

Foto: R. Schwarz

Beitrag vom 15. September 2021

Vorwort September – Oktober 2021

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
Nach alter Tradition ist der Oktober der Rosenkranzmonat, weil in ihm das Rosenkranzfest gefeiert wird. Daher lädt die Kirche gerade in diesem Monat dazu ein, den Rosenkranz zu beten. Passt das noch in die heutige Zeit?
Zunächst einmal ist der Rosenkranz ein einfaches Gebet. In der Not, wenn wir dringend beten möchten, können wir kaum komplizierte Gebete sprechen, weder frei formulierte noch gedruckte. Das Rosenkranzgebet hingegen ist ganz einfach; denn es besteht aus dem Glaubensbekenntnis, dem „Ehre sei dem Vater …“, dem Vaterunser und dem „Gegrüßet seist du, Maria“.
Auch benutzen wir beim Rosenkranz ein Hilfsmittel, eine „Gebetsschnur“. Dahinter steht die Erfahrung, dass wir Menschen sind, die einen mit Sinnen ausgestatteten Leib haben, der auch im Gebet zur Geltung kommen möchte. So wird der Rosenkranz, den wir in den
Händen halten, gleichsam zu einem Geländer, das den Beter in der Hektik und Unruhe unserer Tage unaufdringlich führt. Das Maß ist in den Perlen vorgegeben, so dass wir nicht auf das Äußere zu achten brauchen, sondern uns auf das Eigentliche und Wichtige konzentrieren können. So kann der Beter – durch die Perlenkette des Rosenkranzes angeregt – bei Gott verweilen. Der große Theologe Romano Guardini vergleicht deswegen das Rosenkranzgebet mit einem Strombett, in dem das Gebet wie Wasser läuft und immer ruhiger wird, je häufiger wir es sprechen. Und wie steht es um die ständige Wiederholung? Dies ist ein wichtiges Element des Lebens, das uns im Klopfen des Herzens, im Ein- und Ausatmen, im Wechsel von Tag und Nacht und auch im Kreislauf der Natur begegnet.
Der Rosenkranz ist mehr ein Christus- als ein Mariengebet. Seine Mitte ist Jesus Christus, auf dessen Leben wir mit der Gottesmutter Maria schauen.
Schon viele Menschen haben im Rosenkranzgebet Trost und Halt gefunden. Diese Erfahrung wünsche ich auch Ihnen.

Ihr
Th. Witzel, Pfarrer

Es grüßen ebenfalls herzlich

Rebecca Dechant, Gemeindereferentin

Karin Seidl, Pfarrsekretärin

Foto: Archiv