Aktuelles – Allgemein

Beitrag vom 29. Juli 2019

Vorwort Monat August 2019

Liebe Gemeinde!
Für mich ist es das schönste Marienfest, das Hochfest Mariä Himmelfahrt, das wir mitten im Sommer, am 15. August feiern. Denn dieses Marienfest schenkt uns die meiste Zuversicht und Hoffnung.
Der hl. Augustinus begründet die Bedeutung Mariens so: “Selig ist Maria nicht deswegen, weil sie den Herrn getragen hat, sondern weil sie an ihn geglaubt hat.“ Ihr Glauben-Können macht sie so wichtig für unser Glauben-Wollen. Deshalb spricht das 2. Vatikanische Konzil auch von der Gottesmutter Maria als dem „Urbild des Glaubens“.
Die Gottesmutter ist deshalb ein Vorbild für unseren Glauben, weil sie radikal offen ist für den Anruf Gottes in ihrem Leben. Sie lässt ihre Lebenspläne immer wieder von Gott durchkreuzen. Sie sagt „ja“ zum Willen Gottes, Mutter seines Sohnes zu werden, was ihrem Leben eine ganz neue Richtung gibt. Sie muss aber auch auf diesem Weg immer wieder umkehren und neu darum ringen, die Absichten Gottes zu verstehen.
Man denke nur daran, wie ihr Sohn sie korrigiert, wenn er ihr entgegenhält: „Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? …wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“
Aber Maria ist nicht eine Frau, deren Glaube beim ersten Sturm zusammenfällt. Ihr Glaube lässt sie auch unter dem Kreuz aushalten.
Sich öffnen für das, was Gott von uns will. Offen sein für das, was er uns sagen lässt in den vielen leisen und lauten Hilferufen unserer Mitmenschen und der ganzen Schöpfung. Dies können wir von Maria lernen.
Und noch etwas wird an ihr deutlich: In ihr ist ein für allemal verbürgt, wozu es führt, wenn wir uns auf den Weg des Glaubens einlassen: nämlich zu ewigen Gemeinschaft des Menschen mit Gott oder – in der Sprache des Hochfestes Mariä Himmelfahrt gesagt – zur
Aufnahme in den Himmel mit Leib und Seele.
Wenn heutzutage viele Menschen den Tod nur als das Ende des Lebens verstehen, so sagt uns dieses Fest, dass das menschliche Leben ein Ziel hat: die Vollendung bei Gott. Gegen eine Welt, die vielfach nur diesseitig denkt, richtet die Kirche diese Botschaft vom
Leben aus.
Somit ist das Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel ein Fest der Hoffnung und Zuversicht. Es ist, wenn man so will, ein kleines Osterfest mitten im Sommer. Wie könnten wir ohne Hoffnung leben? Wie könnten wir ohne Hoffnung Menschen, die mit denen wir in Liebe verbunden waren, getröstet zu Grabe tragen? Die Welt sagt „ade“;
der Glaube sagt „auf Wiedersehen“.

Es grüßt Sie
Ihr
Pfr. Thomas Witzel

Beitragsfoto: H. Röder

Beitrag vom 27. Mai 2019

Wort zum Sommerpfarrbrief 2019

Liebe Gemeinde!
Wie in jedem Jahr begehen wir am 05. Juni das Hochfest des hl. Bonifatius. In diesem Jahr sind die Gläubigen schon am 02. Juni zur Bonifatiuswallfahrt nach Fulda und zu dem sich anschließenden Festgottesdienst auf dem Domplatz eingeladen.
Wenn man mich fragt, was mich am hl. Bonifatius fasziniert, so sind es mehrere Dinge: seine Begeisterung für den Glauben, sein missionarischer Geist, sein Mut, seine Standfestigkeit, seine Ausdauer – überhaupt sein Lebenswerk.
Dass Bonifatius es nicht leicht hatte, sein großes Ziel, die Frohe Botschaft von Jesus Christus an die Menschen weiterzugeben, die noch nichts von ihm gehört hatten, zeigt allein diese Aussage eines Zeitgenossen über ihn: „Sie begannen, gegen ihn zu reden, ihn zu schmähen, so sehr sie konnten, und behaupteten, er sei des Bischofsamtes nicht würdig, weil er ein Fremder sei.“
Bonifatius hatte also bei seinem Bemühen, den Glauben in Germanien zu verkünden und die Kirche zu reformieren, auch große innerkirchliche Widerstände zu überwinden. Er wurde nämlich, weil er ein Fremder war, der aus England kam, von manchen einheimischen Kirchenführern nicht akzeptiert. Doch er ließ sich dadurch nicht beirren und von seiner Mission abbringen.
Der hl. Bonifatius war schon über 40 Jahre alt, als er von England aufbrach, um in Germanien das Evangelium zu verkünden. Bekanntlicherweise scheiterte sein erster Versuch in Friesland, und er kehrte in sein Kloster in England zurück. Dort wurde er sogar zum Abt gewählt. Doch es hielt ihn nicht lange in seinem Kloster, und er brach zum zweiten Mal zum Festland auf. Dieses Mal war es für ihn endgültig.
Bonifatius war eben von Jesus Christus und seiner Botschaft so begeistert, dass er den Menschen, die noch nichts vom Evangelium gehört hatten, dieses verkünden wollte. Er hatte es selbst erfahren und wollte es weitergeben, dass diese Botschaft den Menschen gut tut. Sie sagt einem jeden Menschen zu: Du bist von Gott erwünscht und gewollt. Du bist in den Augen Gottes einzigartig und liebenswert. Über deinem Leben steht das große „Ja“ Gottes.
Deshalb brach Bonifatius aus seiner Heimat in die Fremde auf. Deshalb machte er sich sogar mit etwa 80 Jahren nochmals auf, um als Missionar in Friesland zu wirken, wo er einstmals mit seiner Missionarsarbeit begonnen hatte. Dort erlitt er am 05. Juni 754 den Märtyrertod.
Schon heute lade ich Sie ein, an der Bonifatiuswallfahrt teilzunehmen um zum Bonifatiusfest nach Fulda zu kommen.

Ihr
Pfr. Thomas Witzel

Foto: Privat