Aktuelles – Allgemein

Beitrag vom 20. November 2020

Vorwort Dezember 2020

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
Seit dem März dieses Jahres hat sich durch die Corona-Pandemie unser Leben stark verändert. Das wird auch in der Adventszeit nicht anders sein. Und auch nicht an Weihnachten und in der Weihnachtszeit.
Viele schöne Bräuche müssen entfallen, etliche Feiern werden nicht stattfinden können. Anderes muss einen anderen, ja neuen Rahmen bekommen. Und: ich denke, dass die Advents- und Weihnachtszeit ein ganzes Stück stiller sein wird als sonst – und damit ein ganzes Stück ursprünglicher.
Eines ist dabei trotz allem gewiss: Gott hat mit der Geburt Jesu Christi ein Zeichen der Hoffnung in die Welt gesetzt. Dieses Hoffnungszeichen brauchen wir nicht nur in der Advents- und Weihnachtszeit dringender als sonst, sondern das ganze Jahr über.
Übrigens: nicht nur in diesem Jahr wird Advent und Weihnachten ein anderes Gesicht haben als sonst. Auch vor über 2000 Jahren geschah das Kommen des Messias ganz anders als es viele Menschen erwarteten. Nicht in Macht und Herrlichkeit geschah das Kommen des Messias, sondern in einem kleinen wehrlosen Kind. Nicht am Zentrum der Macht, in Jerusalem am Hof des Königs oder im Tempel geschah es, sondern in einer armseligen Krippe in Stall zu Betlehem.
Ich lade Sie ein, sich in dieser außergewöhnlichen Adventszeit auf das Kommen unseres Herrn vorzubereiten und auch an den besonderen geistlichen Angeboten unserer Pfarrgemeinde teilzunehmen, die Ihnen in diesem Pfarrbrief vorgestellt werden.

Herzliche Grüße
Ihr
Th. Witzel, Pfarrer

Es grüßen ebenfalls herzlich
Rebecca Dechant                                                                         Karin Seidl
Gemeindereferentin                                                                      Pfarrsekretärin

Beitragsbild: R. Schwarz

Beitrag vom 28. Oktober 2020

Vorwort November 2020

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
Vor einigen Jahren erzählte mir eine Frau, dass sie eine schwere Krankheit in sich trägt, die zum Tode führen wird. Natürlich sei sie über diese Auskunft ihres Arztes aufs Tiefste erschrocken gewesen; natürlich habe sie eine Phase der Besinnung benötigt, um sich
wieder zu fangen; natürlich sei sie dankbar für mein Angebot, sie in besonderer Weise in das Gebet einzuschließen, und für den Hinweis darauf, dass solches Leid nur im Glauben getragen werden könne.
Aber dann kam das unvermutete, unbeschreiblich demütig gesprochene Wort: „Ich bin viel zu religiös, als dass ich verzweifeln würde.“
Wie hoffnungslos klingen dagegen manche Todesanzeigen: „In unserem Herzen ist es dunkel geworden“; „Wie soll es weitergehen ohne dich?“; „Warum?“ Ganz sicher drücken solche Worte eine tiefe und sehr innige Beziehung zu den Verstorbenen aus; dennoch
bleiben sie ohne Perspektive. Wie anders klingen dagegen die Worte, die einstmals der unvergessene Papst Johannes XXIII. gesagt hat: „Tausend Ängste können die Hoffnung nicht zerstören.“
Wir dürfen dem Tode nicht ausweichen, weil er zum Leben gehört. Deshalb ist es gut, wenn uns die Kirche im Monat November an die Verstorbenen erinnert, aber auch unseren Blick auf unseren eigenen Tod lenkt. Nichts ist gewisser als der Tod. Obwohl das niemand bezweifelt und es keine Generation gegeben hat, die durch die Massenmedien mehr mit dem Tod konfrontiert wurde als die unsrige, wird er vielfach aus unserem Bewusstsein verdrängt.
Doch dies brauchen wir nicht; denn wir haben einen, auf den wir absolut unser Vertrauen setzen dürfen: auf Gott. Wer auf ihn vertraut, hat auch die Fähigkeit, loszulassen und sich auf eine allerletzte Wirklichkeit einzulassen.
Wie schreibt doch der Apostel Paulus in seinem 2. Brief an seinen Schüler Timotheus: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten. Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sehnsüchtig auf sein Erwarten warten.“

Herzliche Grüße
Ihr
Th. Witzel, Pfarrer

Es grüßen ebenfalls herzlich
Rebecca Dechant                                                                         Karin Seidl
Gemeindereferentin                                                                      Pfarrsekretärin

Beitragsbild: R. Schwarz

Beitrag vom 30. September 2020

Vorwort Oktober 2020

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefes!
Auf den dritten Sonntag im Oktober fällt in den USA ein Tag, auf den sich besonders – aber nicht nur – die Kinder freuen.
„Sweetest Day“ heißt er, auf Deutsch „Süßester Tag“. An diesem Tag beschenken sich die Menschen mit Süßigkeiten. Die Erwachsenen beschenken sich, und natürlich werden auch die Kinder beschenkt.
Diesen Tag gibt es schon fast 100 Jahre. Entstanden ist er, als 1921 in der der Stadt Cleveland über 20.000 kleine Pakete mit Süßigkeiten an Waisenkinder und arme Menschen verteilt wurden.
Die Leute wollten anderen, denen es nicht so gut ging, mit kleinen Geschenken eine Freude machen. Das ist heute genauso. Sie bekommen sicherlich gerne Geschenke
– ich übrigens auch – und freuen sich bestimmt auch, anderen ein Geschenk zu machen, weil die Freude anderer Menschen einen selber fröhlich macht. Auch da geht es mir genauso.
Im Oktober feiern wir das Erntedankfest. Es lädt uns ein, sowohl zu danken als auch zu teilen: zu danken für all das, was uns für unser Leben geschenkt ist und zur Verfügung steht, und mit denen zu teilen, denen es nicht gut geht.
Es klingt banal und ist doch mitunter schwierig. Wenn wir teilen, machen wir immer zwei Menschen eine Freude: dem, dem wir helfen, – und uns selbst. Und Gott freut sich, wenn wir teilen und abgeben können.
Ihr
Th. Witzel, Pfarrer

Es grüßen ebenfalls herzlich
Rebecca Dechant                                                                              Karin Seidl
Gemeindereferentin                                                                           Pfarrsekretärin

Foto: R.Schwarz

Beitrag vom 25. August 2020

Vorwort zum Pfarrbrief September 2020

Liebe Gemeinde,
liebe Leserinnen und Leser dieses Pfarrbriefs!
Im Stich gelassen zu sein, ist ein Gefühl dieses Jahres. Die Menschen im Stich gelassen zu haben, ist auch ein Vorwurf gewesen, der im Frühsommer gegenüber den Kirchen erhoben wurde. Die Kirchen hätten in der Corona-Krise versagt. Dies sagte die ehemalige Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht.
Die Kirche habe in dieser Zeit hunderttausende Menschen alleingelassen, Kranke, Einsame, Alte, Sterbende, sagte Lieberknecht in der Zeitung „Die Welt“. „Da wurde kein Psalm gebetet, es gab keinen Trost, keine Aussegnung am Sterbebett,“ kritisierte die CDUPolitikerin und frühere evangelische Pfarrerin.
Die Kirchen ließen diese Vorwürfe nicht unbeantwortet. „Die pauschale Kritik von Frau Lieberknecht weise ich entschieden zurück“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Und für die katholische Kirche meinte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, das glatte Gegenteil sei richtig: „Unsere
Krankenhausseelsorger haben Unglaubliches geleistet, unsere Palliativbegleiter ebenfalls“. Auch er sagte: „Die Kritik von Frau Lieberknecht ist überhaupt nicht nachvollziehbar.“
Auch ich meine, dass die Kritik von Frau Lieberknecht nicht gerechtfertigt war. Dennoch hat sie vielleicht einen Schmerz zum Ausdruck gebracht, den etliche Menschen in diesem Jahr empfunden haben. Fehlende Besuchsmöglichkeiten in Krankenhäusern und Senioreneinrichtungen sind nur ein Beispiel dafür. Aus anderen Teilen der Welt gab es noch erschreckendere Nachrichten.
Für mich ist dann ein großer Trost: Auch in der Einsamkeit lebt der Mensch in der Gemeinschaft mit Gott. Wenn ich mich von Menschen im Stich gelassen fühle, darf ich darauf vertrauen, dass Gott mich nicht im Stich lässt. „Wenn mich auch Vater und Mutter verlassen, der HERR nimmt mich auf“, heißt es im Psalm 27. Und wenn ich Menschen im Stich lassen muss, weil Besuche nicht möglich sind oder Rücksichtnahme und Vorsicht Abstand empfehlen, darf ich darauf vertrauen, dass Gott bei den Menschen ist. Denn er ist immer mit den Menschen im Bunde und er ist die Verbindung zwischen Menschen, die getrennt sind – dauerhaft oder nur im Moment. Darauf vertraue ich.

Ihr
Th. Witzel, Pfarrer

Es grüßen ebenfalls herzlich
Rebecca Dechant                     Karin Seidl
Gemeindereferentin                  Pfarrsekretärin

Beitragsfoto: R.Schwarz